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Donnerstag, 15. Dezember 2022

Wechselperspektive von Juri & Hartmut

 Üble Verstrickungen - Juris Perspektive 

Motte, das ist die einzige Option die mir gerade einfällt“ sagte Juri und blickte auf die ganzen Zahlen und Buchstabenkürzel, die sie in den Bücher und Pergamentrollen gefunden hatten. James grunzte während Hartmut ihm half seine Prellungen und Schürfwunden zu versorgen. Bei den Göttern, dieser riesige Muskelberg von Sklavenjäger hatte James aber auch ordentlich eine verpasst. Das hatte keiner von ihnen kommen sehen, Juri hätte das nichtmal für Möglich gehalten, immer hin hatte der Kerl nur zwei Schlagringe als Waffe. 

Nach ihrer letzten Begegnung mit den Schergen der Südmeer Handelsgesellschaft war sie eher optimistisch gewesen, was ein erneutes Zusammentreffen anging. Gut, im Nachhinein betrachtet, hatte sie sich von Besmaras Übermut leiten lassen, was eher zu einer überheblichen Einschätzung der Gesamtituation geführt hatte. Das Jetzt, war die logische Konsequenz daraus. 

Juri schüttelte den Kopf, wenn Motte eine ihre letzten Option war, dann war die Situation schon auch verfahren. Schlimmer wäre es nur wenn Zippy ihr letzter Ausweg war, soweit wollten sie alle drei es aber nicht kommen lassen. 

Motte, der Junge lass viel und prahlte ja immer damit, dass er alles lesen und wissen wollte, dann sollte er sich das hier mal angucken und sein Kopf in das richtige vertiefen. Juri wurde aus den kryptisch zusammengesetzten Buchstaben und Zahlen Kombinationen nicht schlau. Motte konnte das vielleicht entschlüsseln und wenn nicht, dann mussten sie sich was anderes einfalllen lassen. Ohne die Information die irgendwo zwischen diesen Zeilen verborgen lagen, steckten sie in dieser vermaledeiten Sackgasse fest. 

Juri sah sich in dem kleinen, schäbigen Verschlag in dem sie jetzt hockten um. Die vier Wände, die sich kaum als Hütte bezeichnen ließ war voll mit Tand, alten Kesseln, schwerem Tauwerk, Fässern mit gesammeltem Schrott und Kisten mit alten Werkzeugen. In einer Ecke lagen Wagenräder mit gebrochenen Speichen, in einer anderen hingen lose Ketten von Dachbalken, die nur wenig Vertrauen erweckten. Auf ein paar alten vom Salzwasser zerfressenen Netzten lagen zwei fette Katzen und kauten an irgendetwas undefinierbarem, irgendwie hatten sie sich zwischen den ganzen Unrat gequetscht. Immerhin waren sie hier sicher, zumindest für den Moment. Wer den Strandgutfürsten bezahlte, der hatte sich zumindest für den Moment etwas Ruhe gekauft und konnte sich auch sicher sein, dass etwaige Verfolger sie nicht fanden. Und das war in ihrer Situation auch bitter nötig.

Sie hatten den Kodex der Neutralität, nach der die verschiedenen in Port Grim ansässigen Fraktion innerhalb der Stadtmauern den Frieden wahrten, gebrochen. Juris Blick viel Mitleidlos auf den muskelbebackten Sklavenjäger der Blutüberströmt vor Ihnen lag. James hatte ihm, nach dem er zunächst selbst Einstecken musste, in einer Art Urrausch echsischer Raserei den Rechtem Arm vom Körper gerissen, diesen noch im selben Moment als Wurfgeschoss gegen einen weiteren dieser Bastarde benutzt und mit gutturalem Kampfgebrüll die ganzen umliegenden Gassen in Angst und Schrecken versetzt. Juri hatte die Alligatoren an den Ufern des Turanda Rok ähnlich agieren sehen. Da Half es auch nichts, dass sie und Hartmut probiert hatten die Schergen der Südmeer Handelskompanie nicht allzu sehr zu verletzten. Immerhin James hatte es zumindest probiert, auch wenn er dabei kläglich scheiterte, dann übernahmen wohl seine animalischen Instinkte. 

Das Ergebnis sah wenig appetitlich aus. Der Arm den James Six Knives, dem jüngeren Bruder von Five Knives, dessen Begegnung mit den Gefährten vor einigen Wochen tödlich endete, aus dem oberen Gelenk gerissen hatte, hatte eine schäbige Wunder gerissen. Blutigrote Fleischbrocken, gerissene Muskelstränge und Sehnen hingen aus der Wunde, die Aussah als hätte irgendein Handlanger probiert ein undefiniertes Tier auszuweiden ohne dabei auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben was er da tat. Überlebt hatte Six Knives nur, weil Juri geistesgegenwärtig Hartmut gebeten hatte einen Heiltrank an diesen seelenlosen Sohn eines Drecksacks zu vergeuden und James noch halb im Rausch des Tiers, was von: „hat vielleicht Informationen“, knurrte. 

Juri war klar, dass das hier eskaliert war und sie die rote Linie im warsten Sinne des Wortes überschritten hatten. Wenn hier aber noch irgendwas zu retten war dann nur in dem sie Six Knives nicht verblutend auf der Straße zurück ließen. Also ergriffen sie die Flucht vom Ort der Eskalation bevor es hier von der Grim Gard und Sklavenjäger nur so wimmelte. 

Die Zeit der Flucht war denklich knapp. Trotzdem es in den Gassen Grims manchmal recht heftig zur Sache ging, gab es auch hier nicht viele Orte, an die man mit einem halb auseinander gerissenem Körper, den man eher schlecht als recht hinter sich her schleifte am helllichtem Tag fliehen konnte. Juri wusste nicht mehr, wer von Ihnen die Idee hatte Hartmut oder sie selbst, aber es gab in einer solchen Situation eigentlich nur drei Möglichkeiten. Die erste war die direkte Flucht in den Dschungel, nicht für alles Gold der Welt dachte sich Juri. Die zweie war der fette Mann, der aber von ihrem Standort aus viel zu weit weg war. Die für sie naheliegendere Option war Option Nummer drei. Der Strandgutfürst. Der Herr de Unrats, dessen Anwesen sich über mehrere Gebäude oberhalb der Müllklippe erstreckte, war eine Art Ausgang für all jene die sich mehr oder minder Bewusst in eine missliche Lage manövriert hatten. Durchatmen einen Plan entwickeln. Juri schickte Bounce mit einer Nachricht zu Motte sie hier zu treffen, möglichst ohne Aufsehen zu erregen. Juri wollte die Zit nutzen darüber nach zu denken was eigentlich passiert war. Heute morgen saß Juri noch mit Hartmut und James in gemütlicher Runde im Anwesen der Gesellschaft der Abenteurer beisammen. Sie hatten sich von Mel, einem eher ominösen und unscheinbarem Mitglied der Gesellschaft, etwas über ein Sklavenhalsband, mit einer seltsamen Rune der Hellsicht angehört. Die Rune wieß Ähnlichkeiten mit alten Runen der Runenherrscherauf, schien aber Augenscheinlich keinen Zusammenhang mit Kazoug dem Fürsten der Gier zu haben. Wenige Stunden später war die Situation so eskaliert, dass sie kurz davor waren eine Art Gildenkrieg in Port Grim auszulösen. Wie hatte das passieren können? 

...to be continued


Üble Verstrickungen - Hartmuts Sicht der Dinge

Ein neuer Tag, ein neuer Auftraggeber. Hartmuut war vertraut mit den Gründungsmitgliedern der Gesellschaft,  musste aber zugeben, daß er über Mel am wenigsten wusste.

Der unauffällige Mann mittleren Alters, der Juri, James und ihn in den Planungsraum der Gesellschaft berufen hatte, wirkte eher wie ein angesehener Bürger denn wie ein abgebrühter Abenteurer, der sich Riesen und Drachen entgegen stellte. Aber in seinen blauen Augen lag etwas Berechnendes. Wie bei einem Raubtier. 

Mel klärte Sie dar über auf, daß er von Ihren bisherigen Projekten durchaus beeindruckt war, und bedankte sich auch für die neuen Erkenntnisse über die theranische Magie, die sie bei ihren Erkundungen des alten Droskartempels gesammelt hatten.

Bewaffnet mit diesem Wissen war ihm bei einer Ratssitzung eine neue Sklavin des Hauses Neferti aufgefallen,  an deren Sklavenhalsband eine bis dahin unbekannte Rune  angebracht war.

Diese Rune stellte sich nach Rücksprache mit Brodert Quint,  dem ansässigen Experten für theranische Geschichte,  als die Rune der Hellsicht heraus. Juri erklärte, daß die Hellsicht eine der Schulen war, die die Runenherrscher alle beherrschten. Vermutlich eine der Voraussetzungen für das Beherrschen solch immenser Reiche.

Schlussendlich erklärte uns Mel, daß er die Herkunft und den Sinn dieses Sklavenhalsbandes erfahren musste. Einfach die Familie zu befragen war nicht angebracht,  denn es bestand durchaus die Möglichkeit,  das die Darageschi diese Magie selbst nutzten. Immerhin waren sie als Inhaber der Glashütte erfahrene Thaumaturgen, und ihre Hütte stand auf einem der Zugänge zur Unterwelt und Geschichte von Port Grim. Einer der ersten Orte an denen die Helden von Port Grim den dämonischen Überresten der Runenherrscher begegnet waren. 

Nachdem Juri nochmal die finanzielle Seite abgeklärt hatten planten wir dann gemeinsam unser Vorgehen. Mel empfahl uns zwei Ansprechpartner im Hause Neferti, den Vorarbeiter der Glashütte oder die Hausherrin und Vertreterin in der Handelskammer. 

Wir entschieden uns, erstmal allgemeine Nachforschungen zu betreiben. James hörte sich bei den Flussarbeitern der T'Skrang um, während ich mit Juri die Wege von der Klippe der Handelshäuser observierte.

Tatsächlich hatten wir Glück, und konnten eine Sänfte der Neferti beobachten,  die von der besagten Sklavin mit dem modifizierten Halsband begleitet wurde. Allerdings kam uns keine gute Idee, wie wir uns ihr unauffällig nähern konnten. Als sie in der Handelsliga verschwanden, entdeckte ich allerdings einen Stammkunden des rostigen Drachen in ihrem Gefolge, mit dem ich schonmal den einen oder anderen Tee getrunken hatte. 

Da traf mich eine Eingebung! Zusammen mit Juri sponnen wir ein romantisches Garn, in dem Juri der Schönheit der verbotenen Sklavin verfallen war. Tatsächlich erzeugte das Sympathien bei meinem Teekumpan, der anscheinend selber eine zum Scheitern verdammte Vernarrtheit sein eigen nannte. Aber die Regeln der Darageschi bezüglich standesgemässer Beziehungen sind streng,  und er sah wenig Hoffnung für einen Kontakt zwischen Juri und der schönen Atlag.

Wenn wir aber Mehr über sie erfahren wollten, vielleicht konnten wir ja ihrem Verkäufer Mahjoub Mahdi mehr entlocken. 

Sein Laden stand wenig überraschend nahe der Bucht der Sklavenhändler- einer der Teile Port Grims, die ich gerne meide. Wir wurden aber schnell misstrauisch als vor dem Geschäft eine Handvoll Schläger der Hanse herumlungerten. 

Ich versuchte noch, James auf Deeskalation einzustimmen. Wir hatten als Vertreter der Gesellschaft eine Verantwortung,  zumindest innerhalb der Mauern von Port Grim den Frieden aufrecht zu erhalten. Die Schläger machten es uns aber nicht einfach. Nicht nur, daß sie extrem unhöflich waren, sie ließen es  sich nicht nehmen,  Juri persönlich zu beleidigen. 

Erst hatte ich noch Hoffnung, als Juri von selber den Rückzug vorschlug,  aber plötzlich begann sie , inkoherent zu Ticken und zu würgen. Ich wollte sie stützen, aber sie zwinkerte mir zu und warf mit einer dramatischen Geste die Arme nach vorne. Kurz spülte die Übelkeit über mich, aber sie traf die Schläger mit voller Wucht. Es war kein schöner Anblick,  ein halbes Dutzend.Erwachsene Männer so würgen zu sehen. Dann mussten die Fäuste sprechen!

Es kam zu einem ausgewachsenen Handgemenge, Hiebe und Tritte flogen tief, und schließlich sah ich aus dem Augenwinkel einen der Schläger von einem gewaltigen Wasserstrahl durch die Eingangstür brechen. 

Aus der Tür heraus kam dann ein ziemlicher Brecher mit einem vernarbten Gesicht und zwei fiesen Schlagringen. 

"Ah, die Gesellschaft will wieder Ärger. Sechsmesser Klaus wird euch zeigen, was passiert, wenn man sich mit der Hanse anlegt. Und dann schlug er James so übel zusammen, wie ich es noch nie gesehen hatte. 

Der Echsenmann hob die Arme zur Verteidigung und versuchte offensichtlich,  sich zurück zu halten, aber Sechsmesser hämmerte gnadenlos auf ein.

Ich trat meinem letzten Gegner die Füsse weg  aber ich würde nicht mehr rechtzeitig da sein, das war klar. 

Der Hüne grinste schon zu Juri herüber. "Wenn ich mit der Eidechse fertig bin, komm ich zu dir, kleine Hexe!", versprach er. 

Leider hatt er verpasst, das James zwar gebeutelt, aber keineswegs am Boden war. Stattdessen stellte sich sein Rückenmark auf und er Stress dieses Raubtierhafte Knurren aus, das nie etwas Gutes bedeutete.

In einem Wirbelwind aus Klauen uns Zähnen warf er such auf den Mann, und als ich ihn endlich von ihm herunterfahren konnte, hatte er einen abgerissen Arm in den breiten Kiefern.

Der letzte noch stehende Hanseschläger nahm die Beine in die Hand, und James warf ihm den Arm mit einem Knurren hinterher, bevor er sich keuchend an die Wand lehnte.

Hartmuut nahm eilig einen Heiltrank aus seinem Gürtel und warf ihn zu Juri. "Flöss ihm den ekn, während ich die Blutung stoppe" rief er und presste dann beide Hände auf die ausgefranste Wunde. Juri zog kurz die Augenbrauen hoch. "Du willst das wirklich für einen Sklavenhändler verschwenden?"

"Wenn er stirbt, ist das eine Kriegserklärung an die Hanse. Und James Freiheit kannst du dann vergessen. Ich höre jetzt schon die Schreie - deshalb dürfen diese Monster nicht ohne Ketten rumlaufen, blablabla."

Die Hexe zuckte mit dem Schultern und flösste dem Sklavenjäger den Trank ein.  Die Wirkubg reichte so eben aus, um ihn am Leben zu erhalten.

"Wir müssen runter von der Straße", rief sie ihren zu , und gemeinsam schleppten sie den bewusstlosen in die Räume von Mahjoub. James taumelte hinterher,  eine Klaue ständig an der Wand, um sich zu stützen.

Das Innere des Ladens umfasste einen Ausstellungsraum und ein kleines, edles Büro. Der Beditzer, Mahjoub Mahdi, sah ein  wenig aufgebracht aus, allerdings war er nicht verletzt. Teile seiner Einrichtung waren allerdings in Mitleidenschaft gezogen. 

Er wirkte wenig erfreut über einen blutigen T'Skrang und einen halbtoten Hanseaten in seinem Büro.

Juri versuchte,  die aggressive Energie des Moments zu nutzen - allerdings muss ich zugeben, daß sie halt leider eine schmale, juge Frau ist. Wenn man nichts von ihren Hexenkünsten wusste, fiel es schwer, ihr Gewaltdrohungen abzunehmen. 

Ich ,  den Moment zu entschärfen und fragte, ob er uns die Herkunft Atlags Nicht verkaufen könnte - von Händler zu Händler  sozusagen. Ich muss zugeben, ich hatte den Preisfür solche Informationen unterschätzt.

Aber ich wäre bereit gewesen,  es zu investieren, um den Frieden zu bewahren,  allerdings war es dann mit Juris Geduld zu Ende. Sie verfluchte den Händler, um ihn gefügig zu machen. Aber Mahdi war anscheinend au einem anderen Holz geschnitzt als die Schergen. Er schüttelte den Zauber ab, und das beendete dann jegliche Möglichkeit zur Verhandlung. Statt dessen rief er um Hilfe, da er sich von Hexen und wilden T'Skrang attackiert fühlte.

Genervt schnappte ich mir seine Aufzeichnungen,  dann verließen wir diesen wenig ruhmreichen Ort. Sechsfinger nahmen wir mit - vielleicht konnte uns der Sklavenjäger mehr über die Involvierung der Hanse in diese Geschichte erzählen. 

Zuerst bräuchten wir ein Versteck, und Juri wusste, daß der Treibgutfürst Grovis der Ork für den Job war. Für 50 Goldstücke pro Kopf versteckte er uns in einer der Hütten nahe der Schundklippe.


 Inside Juri Han

Juri blickte abwertend auf Six Knifes, warum hatte sie ihm nicht schon längst zum Schweigen gebracht? Verdient hatte dieser Drecksack es, und das auch schon lange bevor er probiert hatte sie persönlich anzugehen.

 Unter allen Gewerken da draußen, waren die Sklavenjäger der übelste Abschaum. Sie bildeten die Spitze eines Handelszweiges der an Gewalt und Niedertracht kaum zu überbieten war. Juri hasste dieses Pack der Maßen, dass ihr manchmal schlecht wurde. 

Und trotzdem hast du ihn am Leben gelassen“ flüsterte eine raue weibliche Stimme in ihrem Kopf. Da war sie wieder, die Stimme der streitlustigen und unbeherrschbaren Piratenkönigin. Juri hatte Besmaras Stimme schon beinah so oft nachgegeben, wie sie unmittelbar danach in Schwierigkeiten geraten war. 

Ja“, dachte sie, „hab ich nicht. Zum einen sind wir noch nicht fertig mit Ihm und zum anderen stecken wir jawohl schon tief genug im Schlick.“ 

Juri hörte Besmaras raues lachen. „Was denn?" hörte sie die Stimme sagen. "Das war doch großartig, ihr habt es diesen Schweinen der Südmeer Handelskompanie doch ordentlich gezeigt“

Ach ja“ knurrte Juri zurück „und was hat uns das gebracht?“ 

Juri blickte sich in dem Schuppen voller Ramsch und Schrott um. „Wir sind die gejagten und müssen uns im Unrat verkriechen“. Besmara lachte auf „Wie kurzsichtig du bist. Denk doch nur an all jene, die euch drei gesehen haben. Dein Freund der Zwerg hat diese Lumpen auf offener Straße ordentlich verprügelt, während der T’skrang diese Ratte förmlich auseinander gerissen hat. Und du selbst hast einen dieser Bastarde, unter großem Aufsehen mit der Kraft des Meeres durch eine verriegelte Tür katapultiert und genau das ist der Stoff, aus dem andere Mut schöpfen und der zeigt, dass diese Hunde besiegbar sind.“ 

Juri musste lächeln, klar das Besmara das so sah und ganz Unrecht hatte sie natürlich nicht. Mit etwas Zeit würde der Ärger verfliegen. Das hoffte Juri zumindest. Aber die Geschichten würden sich vermutlich noch was halten. Trotzdem würde sie Six Knives jetzt nicht kaltblütig ermorden, welchen Sinn hätte das und wie viel Sklaven konnte ein Einarmiger schon noch jagen. Diesen Abschaum los zu werden wäre trotzdem gut, dachte sie. Es war ein bisschen ironisch, dass diese Drecksäcke nicht verstanden, dass sie und andere aus dem hervorgingen was sie ihnen angetan hatten. 

Ja, es blieben genug auf der Strecke oder verfingen sich in irreführenden Weltansichten. Die Eiferer Droskars waren da nur ein Beispiel. Aber es gab eben auch jene, die die Ketten hinter sich ließen und wieder aufstanden, stärker und entschlossener als zuvor. Juri blickte zu James und Hartmut. Ja, ihre Lage war nicht die günstigste, aber auch nicht die Schlimmste, noch gab es ausreichend Optionen. Tatsächlich waren die vergangenen Stunden auch ein Höhepunkt gewesen. Seit sie Hartmut und James zum ersten mal begegnet war hatten sie noch nie so gut zusammen gearbeitet wie heute. Bis heute hätte sie auch nicht gedacht, dass das möglich war. Die Südmeer Handelskompanie würde noch einiges an Ärger mit Ihnen haben, da war sie sich Sicher.

Lass dich von dieser Hyäne nicht beleidigen - Töte ihn jetzt“ die raue Stimme, die Juri ganz klar Besmara zuschrieb, unterbrach ihre Gedanken. Juri verstand den Impuls, der aus ihrem tiefsten Inneren kam und sicher auch seine Berechtigung hatte, trotzdem spürte sie kein Verlangen dem nachzugeben. Entsprechend zupfte Juri mit ihren Fingern ganz sanft am astralen Gewebe, dass sie umgab und im selben Moment fühlte es sich so an, als würde ihr Geist von Eiswasser geflutet. Sie spürte Lysianassas Präsenz. Mit einem Verstand aus kaltem, klaren Wasser wendete sich Juri der Stimme ihrer Königin zu und sagte „Nein !!!“