Pages

Montag, 31. März 2025

Mottes Tagebuch - In the temple of... Teil 1

 Mal wieder geht es gleich los. Daher will ich mich kurz fassen. Schließlich ist nicht viel passiert, aber konnte ich doch einiges interessantes in Erfahrung bringen.

Nachdem Juri uns mit den Dörflern verlassen hatte, machten wir uns auf in Richtung des alten Zwergenklosters und von dort aus in Richtung der Zuflucht der Skrang. James zeigte Hartmuut und mir auch die geheimen Zeichen an denen wir durch die Tunnel das Tal der Riesenechsen erreichen konnten. Eine große Ehre, wie uns bewußt wurde.

Das Tal der Riesenechsen zeigte sich mit seiner üppigen Vegetation noch grüner, als ich es in Erinnerung hatte. Leider war es auch heißer und feuchter als in meiner Erinnerung. Es war, wie in einer Waschküche. Zum meinem Glück ist meine Kleidung recht leicht. Nichtsdestotrotz lief mir der Schweiß in Strömen den Körper herunter. Meine Bemalung hatte sich in weiten Teilen bereits von meiner Haut gewaschen. Sei’s drum. Die neue Zuflucht der Skrang entschädigte selbst diese Strapazen.

Das Dorf war in die Bäume gebaut. Plattformen waren mit Hängebrücken verbunden und einige der Bäume trugen ganze Häuser. Erreichen konnten wir die Siedlung dann über einige Strickleitern. Eine gute und zweckmäßige Art an einem Ort zu bauen, der vor Raubtieren wimmelt. Ganz davon abgesehen, dass er auch gut gegen zweibeinige Predatoren zu verteidigen ist.

Von den Skrang wurden wir mit großer Ehrerbietung empfangen. Uns wurde frisches – und überraschend kaltes – Wasser sowie eine große Auswahl an Früchten gereicht. Außerdem wurden uns betörend duftende Blumenketten um den Hals gehängt. Etwas das an Hartmuut zwar seltsam, aber nicht unpassend aussah. Doch leider waren wir nicht zu einem Fest eingeladen, eine Entscheidung stand an.

Wir wurden zum Haus des Goldenen Wächters gebracht. Bei dem uralten Gragoyle waren auch die beiden spirituellen Führer – die Brutmutter Bogyn und der Blinde Naktock. Sie eröffneten uns, dass die Skrang bedroht sind, da die Träume kein sicherer Ort mehr sind. Denn die Träume wirken sich auf die Entwicklung der Skrang aus, was sich bei den anhaltenden Ablträumen in Mutationen äußern würde.

Uns wurde aber von Mutter Bogwyn eröffnet, dass es Rituale gäbe mit denen die Mutation gesteuert werden könnte. Denn wenn die Traumwelt betreten wird, könne die Mutter Geschenke bringen. Ein interessanter Gedanke kam mir, denn hatte ich doch schon Träume lenken können. Was wäre alles noch in der Traumwelt möglich? Wenn ich mich auf der Akademie doch nur besser mit der Kunst der Traumwelt beschäftigt hätte.

Doch es gab immer noch ein Risiko, es konnten „Nebenwirkungen“ auftreten, unerwünschte Gaben der Mutter waren nicht ausgeschlossen. Denn es musste ein Ort gefunden werden, an dem das Chaos in reiner Form vorkommen würde. Uns wurde darauf Kazuuk vorgestellt, ein Skrang mit roten Schuppen, der eine innere Hitze auszustrahlen schien. Er war bereits durch die gezielte Mutation gerettet worden. An einem Ort, wo es vermehrt Chimären gibt

Daher wurde uns auch die zweite Möglichkeit vorgestellt. Von einem Wesen das uns stark erstaunte: „Regen an einem sonnigen Morgen“ stellte sich uns vor – ein Pflanzenwesen, das zum Stamm gehörte. Es berichtete uns, dass es einen Ort der Elemente gefunden habe. Dort sei ein Stück des blauen Himmels erhalten geblieben. Dort könnten die Skrang in einem Bassin schlafen, bis die Albträume wieder jenseits der Mauer des Schlafs zu finden seien und die Zeit des Wandels vorbei sei. Eine Zeitspanne, die durchaus über Jahrhunderten erstrecken konnte.

Der Goldene Wächter wollte unseren Rat, da sich der Stamm nicht einig war. Das Teilen der Gruppe war keine Option. Wir berieten uns. Es mag daran liegen, dass Juri nicht bei der Beratung war. So waren wir uns schnell einig. Denn sicher hätte die Seehexe wieder eine andere Meinung vertreten, nur aus Prinzip vermutlich. Oder weil sie nicht der Kraft der Veränderung vertraut. Immerhin wäre Naktock auf ihrer Seite gewesen. So aber werden wir zusammen mit Kazuug aufbrechen, um den Ort für das Ritual vorzubereiten. Denn Kazuug kannte die Ruine eines alten Tempels in dem die Kraft der Veränderung stark ist. So war es jetzt unsere Aufgabe den Ort zu sichern und von gefährlichen Wesen zu befreien. Wir wären sozusagen Kammerjäger.

Wir würden aber erst am nächsten Morgen aufbrechen. Was mich zunächst irritierte, denn es war noch gar nicht spät. Aber die Mutter Bogwyn hatte noch etwas zu besprechen. Sie wandte sich an mich, denn sie hatte erfahren, dass ich eine Brüterin wäre, welche die Winde der Magie weben kann und auch die Traumwelt nicht fürchten würde.

Sie war aber verwundert, weil Hartmuut mich immer als Jungen anreden würde. Daher musste ich ihr erklären, dass es bei dem Volk der Zwerge eine einmal getroffene Entscheidung oder Wahl nur selten geändert wurde. Genauso, wie ein Versprechen immer eingehalten werden müsse. Daher ist es für Hartmuut schwer sich daran zu gewöhnen, dass ich den Jungen nur gespielt habe. Ich verschwieg ihr, dass ich es mittlerweile ganz angenehm finden nicht mehr das Mädchen zu sein, das ich einst war. Das hätte sie sicher noch mehr verwirrt, als Hartmuut bei meinem Geständnis war. Sei’s drum.

Hartmuut hatte unser Gespräch mitbekommen und wollte gerne bei dem Gespräch dabei sein. Doch die Mutter eröffnete ihm, dass dies ein Gespräch über die besondere Gaben der Frauen sei. Männer waren dabei nicht erwünscht. So musste ich Hartmuut erst überzeugen, dass ich schon keine Dummheiten anstellen würde.

In der Hütte begannen wir dann mit einem Einstimmungsritual. Es wurde getrommelt, Kräuter verbrannt und ein bitterer Tee getrunken. Da wir dabei uns zuvor aller Kleidung entledigten, war ich nicht ganz unglücklich, dass Hartmuut nicht dabei war. Wobei ich nicht weiß, wem die Nacktheit unangenehmer gewesen wäre. Und nachdem die Mutter mir eröffnete, was sie zu sagen hatte, war ich froh, dass auch Juri nicht bei uns war.

Denn sie offenbarte mir, dass sie im Traum gesehen habe, dass ich unter dem Schutz der Mutter stehen würde. Und da ich auch die Traumwelt formen kann, könnte sie mir ein Geschenk machen. Sie könnte mir die Gabe der Albtraumraserei schenken. Ich würde dann die schlimmsten Ängste meiner Gegner auf mich selbst projizieren und daraus Kraft schöpfen können. Es wäre nicht ohne Risiko, warnte mich die Mutter. Doch ich musste nicht einen Augenblick überlegen. Ich bat die Mutter mich diese Gabe zu lehren.

In der Zeit, die ich bei Mutter Bogwyn verbrachte, waren auch James und Hartmuut nicht untätig. Nun zumindest James war nicht untätig. Er ließ seine Gelfe reparieren. Dank des Artefakt des Handwerks war sie besser als neu. Hartmuut dagegen hatte sich zur Ruhe begeben und gerade dadurch einen wichtigen Hinweis erhalten, denn er ging schlafen und träumte.

In diesem Traum sah er einen gewaltigen Tempel. Geweiht war er der Roten Herrin, der Gebieterin über die Wut, der Runenherrscherin Alaznist. Dadurch war uns klar: Die Kinder der Skrang würden Kinder der Roten Wut sein. Da James – und auch ich – Erfahrung mit der Wut und der Beherrschung selbiger haben, hatten wir weit weniger Bedenken als Hartmuut. Doch auch er fand es einleuchtend, dass die gebändigte Wut, die gerufen werden kann, wenn sie benötigt wird, einen guten Schutz für den Stamm darstellen würde.

--

Bevor wir nun den Tempel erkunden werden, will ich die Ereignisse des Vormittags aufschreiben. Es hat sich einiges entwirrt. Ich bin mir sicher, wir haben die richtige Entscheidung getroffen, das hat sich mir deutlich offenbart. Aber noch will ich es nicht mit den Anderen teilen, noch will ich weitere Beweise sammeln.
 
Vor unserem Aufbruch besprachen wir noch unsere Taktik. Denn wie wir bei unserem Kampf in Totholz gemerkt hatten, mit einem Plan würden wir unser Risiko gering halten. Juri wäre sicher stolz auf uns, ist sie doch stets auf Ordnung und Planung bedacht.

Unter Führung von Kazuug begannen wir unseren Weg in Richtung der Tempelruine. Unser Weg führte uns durch sumpfiges Gelände. Da wir bereits vorgewarnt waren und einen kompetenten Führer dabei hatten, konnten wir eine Gefahr vermeiden. Es war uns nicht klar was dort lauerte, Krokodile oder Schockechsen. Sicher war nur, an einer Weggabelung lauerte ein Rudel auf uns.

Hier zeigte sich zum ersten Mal, dass unsere Wahl sicher die richtige war. Denn wurde uns offenbart, dass Hartmuut in der Lage war die Stimmen der Predatoren zu hören und zu verstehen. Ohne Zweifel – wir sind gesegnet von den alten Mächten. Jetzt da Hartmuut sich zur Inkarnation des Jägers, der den Sommer in den Winter geleitet, wandelt, wird es deutlicher. Ich bin das Werkzeug der Eisprinzessin, James ist der Grüne Mann, Hartmuut der Jäger und es ist nur logisch, dass Juri mit ihrem hitzigen Temperament ein Avatar des Sommers ist.

Aber ich schweife ab. Schnell hatten wir die Schockechsen überwunden. Hartmuut konnte sie aus ihren Verstecken locken. Ein Schlafzauber setzte die Hälfte der Echsen außer Gefecht. Dann war es für uns ein Leichtes den Rest des Rudels zu besiegen. Hartmuut, ganz der Jäger, häutete die Echsen. Sie würden ein formidablen Lederwams abgeben und noch gut gegen Blitze schützen.

Dachten wir, dass wir nun schnell die Ruinen erreichen würden, wurden wir enttäuscht. Kurz vor den Ruinen wartete ein weiteres Hindernis. Ein Paar Eulenbären hatte sich den Ort für ein Gelege ausgesucht. Kazuug machte uns eindringlich klar, dass wir sie mindestens vertreiben müssten, besser töten. Denn sie würden eine Gefahr für alle in Umkreis einer Meile darstellen.

Wieder hielten wir einen Kriegsrat ab. Eulenbären waren gefährliche Gegner. Daher entschieden wir uns mit List vorzugehen. Wir würden die Bären versuchen sie gegeneinander aufzuhetzen. Also begann unser Angriff mit einem Zauber. Ich nutzte meine Kraft und ließ einen der Eulenbären als Donnerechse erscheinen. Sofort griff der andere diesen an. Dann nutzte Hartmuut die Chance und erledigte eins der drei Küken mit einem gut gezielten Schuss. Dann teilten wir uns James und Kazuug erledigten ein weiteres Küken, ich und James das andere. So blieb uns nur noch die beiden erwachsenen Eulenbären. Diese hatten sich schon gut beharkt. Letztlich war es James, der mit seiner Gelfe gleich beide Bären erledigte.

Jetzt steht uns nichts mehr im Weg, um den Tempel zu erkunden. Ich spüre schon die Aufregung. Was werden wir in den Ruinen finden. Das, was wir jetzt schon sehen können, ist riesig. Welche Wunder werden wir wohl hier entdecken können?

Sonntag, 23. März 2025

Mottes Tagebuch - Geh nicht zum Grinderlach Teil 3.2

 Die Vorbereitungen waren schon fast abgeschlossen. Ich sah Juri gerade ein Fass mit Teer auf die Brücke rollen, die von dem Rostüberzogenen Schwert des Titanen gebildet wurde. Alle waren auf ihren Posten. So dass ich mich eilte auch meinen Platz einzunehmen. James hatte mir beim Aufwachen nur „Lawine, dahinten“ zugeraunt. Aber ich hatte keine Mühe die vorbereitete Falle zu finden. Jetzt mussten wir nur noch den Plan umsetzen, dann würde der Grinderlach besiegt werden.

Doch leider begann mein Unglück mit dem Erscheinen des Grinderlach. Ich kappte die Seile zu früh, die Lawine ging vor dem Monster nieder. Beinahe hätte es mich erwischt. Zum Glück konnte ich das Monster mit meinem Alchimistenfeuer treffen, aber die Flasche hätte mir auch aus den Händen gleiten müssen, damit ich die riesige Bestie verfehle. Juri konnte Teer auf das Monster kippen und es so daran hindern aus dem Kessel zu klettern. Denn wieder wurde mir einer meiner Fehler bewußt. Die Dörfler schliefen noch in ihrem Albtraum. Ich hatte nicht daran gedacht, dass James sie auch hätte wecken müssen. Das zog natürlich den Grinderlach von unserer vorbereiteten Falle fort.

Aber zum Glück gaben James und Hartmuut ihr bestes und attackierten das Monster. Dann wurde auch James bewußt, was das Ziel des Grinderlach war. Schnell eilte er die Dörfler zu wecken. Derweil nutzte Juri einen Eisstrahl, um die Bestie daran zu hindern die Schlucht zu erklimmen. Der Segen der Eisprinzessin war ihr hold. Das Monster wandte sich wieder unserer Falle zu. Leider hatten Hartmuut und mich die Glücksgötter verflucht. Als Hartmuut seinen Bogen spannt riß die Sehne. Mir dagegen gelang es nicht die Kraft meines Zaubers zu kontrollieren. Mit meiner Zauber Hand wollte ich das letzte Fass Teer greifen. Doch kaum hatte ich es angehoben zerbarst es unter meiner magischen Kraft.

Nun war es wieder an Juri und James den Grinderlach in die Falle zu bekommen. Was ihnen auch unter Auferbietung von Eis und Stahl gelang. Kaum hatte das Monster den Punkt der Falle erreicht, löste Hartmuut sie auch. Der Brustkorb des Titanen stürzte auf die Bestie und nagelte sie auf den Boden der Schlucht. Dann war es für uns ein Leichtes den Grinderlach wieder in die Albtraumwelt zurück zu schicken. Mit dem Ende des Monsters wurden auch die Überreste seiner Opfer frei gegeben. So konnten wir noch einige magische Gegenstände bergen, die wir unter uns aufteilten.

Da die Dörfler mit dem Ende des Grinderlach weitgehend ihres Wahnsinns geheilt waren, konnten wir sie zurück nach Totholz schicken, Damit sie dort entscheiden konnten, ob sie ihre Heimstatt wieder aufbauen wollten. Juri wollte die Gruppe begleiten, hatte sie doch wohl die Monsterjagd arg gebeutelt. Sie wollte nach Port Grimm, Hilfe für die Siedlung und die Überlebenden organisieren. So verabschiedeten wir uns von ihr, während wir jetzt das Höhlensystem betreten werden, das uns zur Siedlung der Skrang führen wird. Ich bin gespannt, was uns dort erwartet, macht James doch ein ziemliches Geheimnis daraus.

Montag, 17. März 2025

Motte Tagebuch - Geh nicht zum Grinderlach Teil 3.1

Wir haben es tatsächlich geschafft das Monster zu besiegen. Ich hätte es ob der vielen Unglücke und Widrigkeiten die wir erfahren haben nicht auf uns gewettet. Aber tatsächlich sitze ich jetzt auf einem Felsen, der das Schlachtfeld überblickt. Juri ist bereits mit den Dörflern aufgebrochen. Erst die Kinder holen. Sie will sie alle nach Isandras Wacht bringen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das eine gute Idee ist, habe ich doch meine Zweifel, ob sie so unschuldig sind, wie sie scheinen. Schließlich deuten viele Zeichen darauf hin, dass sie der Quell des Übel sein könnten. Denn immer noch ist die Frage nicht geklärt, wie der Grinderlach in unsere Welt gekommen ist. Die Erzählung der Wahnsinnigen aus dem Tempel deutet in diese Richtung. Vielleicht war ihre Idee, die Kinder als Köder zu nutzen, doch nicht so abwegig.

Aber ich wollte Juri nicht damit belasten, scheint die Gute doch gerade schon eine schwierige Zeit zu haben. Sie hat da so Andeutungen gemacht. Wenn wir wieder in Port Grimm sind, würde sie etwas wichtiges mit mir zu klären haben. Ich hoffe das wird nicht wieder eine ihrer Moral-Predigten über Meer, Gezeiten, Schiffe und den Kram, der mich nur langweilt, weil sie nicht auf den Punkt kommt, ist. Sei’s drum! Erstmal werden wir unsere Reise zum Steinernen Wächter fortsetzen. Vorher will ich aber noch von unserer Aventurie berichten, wie wir den Grinderlach überwinden konnten.

Nach unserer Niederlage beim Steinkreis kehrten wir zunächst nach Totholz zurück. Dort versorgten wir nicht nur unsere Wunden. Auch unsere Planung, die wir bereits auf dem Rückweg diskutierten, wurden ausgefeilt. Der Wahnsinn der Dorfbewohner, so wurde uns klar, hatte Methode. Alles was sie taten stand in Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Grinderlach. Aber es war halt dilettantisch ausgeführt. Eine führende Hand fehlte. Zu schade, dass wir Sir Eisenhardt nicht bei uns haben. Etwas imperiale Kriegsplanung war genau, das was uns gefehlt hat. So entwickelten wir den Plan das Monster in einen Hohlweg zu locken, um es dort von allen Seiten angreifen zu können. Hartmuut kannte die Schlucht des Toten Titans, wo ein solches Unterfangen möglich wäre. Gesagt getan – wir musste nur noch Ausrüstung zusammenstellen und zu der Schlucht gelangen.

Um das Monster anzulocken, würden wir die Dorfbewohner in Schlaf versetzen, damit sie mit ihren Träumen den Grinderlach locken. Dazu mussten sie aber in Schlaf versetzt werden. Außerdem wäre es hilfreich wenn ein großer Geist sie begleiten würde, um sie tief in die Albtraumwelt zu führe. Denn so vermuteten wir richtig, das würde das Vieh anlocken. Natürlich fiel die Wahl auf mich, James ist zu fremdartige in seinen Gedanken, Juri verfügt über zwar ihre eigene Piratenschläue und  Hartmuut kennt sich in der Wildnis aus, ich aber habe eine akademische Ausbildung. Ich kenne mich zwar nicht im Traumlauf aus, aber ein wenig memoriere ich doch noch, was ich im Buch „Durch die Tore des Silberschlüssels – die 121 Stufen in den tiefen Schlummer“ gelesen habe. Das wollte ich aber nicht zum Besten geben. Ist Juri doch recht empfindlich, was meine Studien mit den Albträumen angeht.

Zunächst aber wurde alles an Material zusammengetragen, was brauchbar im Kampf gegen den Grinderlach erschien. Hacken, Axte und Hämmer, um eine Falle zu bauen. Teer und Fässer mit Rum, damit wir das Vieh in Brand stecken können. Natürlich durften Wagen und Zugtiere nicht fehlen. Auch wenn wir einen Wagen zurücklassen mussten, weil das beladene Gefährt nicht aus den Ruinen herauskam. Und natürlich die Dorfbewohner.

Das war ein dann doch erstaunlich einfaches Unterfangen. Wir versammelten alle, bis auf die Kinder in der Taverne - an diesen hat Juri einen Narren gefressen - Notiz am Rand des Text: Achte darauf wie das Verhältnis weitergeht, vielleicht manipulieren sie Juri, Wurzel allen Übels?! - um sie dort mittels des Schlafmohns zu betäuben. Wir konnten tatsächlich alle, bis auf den Fleischer im Schankraum versammeln. Auch das Betäuben klappte recht gut. Konnte ich die Menge beruhigen, weil ich selbst im Raum blieb, als der Mohn brannte – zur Reinigung vom Wahnsinn, wie ich behauptete. Nur eine wollte fliehen, aber wurde von Hartmuut niedergeschlagen. Damit war nahezu das gesamte Dorf in die Albtraumwelt gewechselt.

Zu meiner Freude hatte ich keine Probleme sie dort zu finden. Auch gelang es mit mit den Übungen aus dem Silberschlüssel-Buch die Welt um mich herum zu formen. Ich würde ihnen den wahnsinnigsten Albtraum bescheren, den ich mir in der kurzen Zeit vorstellen konnte.

Derweil wurden die Schläfer und ich von Hartmuut nach der Schlucht hin gefahren. Juri und James dann mit dem zweiten Wagen samt der Ausrüstung. Der aber, wie schon berichtet, in den Ruinen festgefahren war, so dass sie einen Teil der Ausrüstung tragen mussten. Mit viel weniger Material, als wir gehofft hatten, errichteten sie Fallen im Tal, das seinen Namen zurecht trägt, liegt dort doch das versteinerte Skelett eine Titanen. Nun jetzt nur noch die zerstörten Überreste, denn wir haben beim Kampf gegen den Grinderlach dort arg gewütet. Aber dazu gleich mehr.

Zunächst der Albtraum mit dem wir den Grinderlach auf seinen Weg nach Isandras Wacht abgelenkt und zu uns gelockt haben. Ich habe jetzt noch ein Schaudern, wenn ich mir die Bilder, die ich erschaffen habe ins Gedächtnis rufe. Aber gleichzeitig habe ich das wohligwarme Gefühl der Macht, was mich auch immer noch dazu verleitet, der Magie so häufig den Vorzug gegenüber der Axt zu geben.
Ich erträumte den Steinkreis vor der Höhle, die Dorfbewohner als Kultisten. Mich selbst gefesselt als Opfer auf einem Altarstein – natürlich nackt und mit rostigen Fesseln, wie ich es in den Berichten über einen Slaanesh-Opfer in einer Hexenjäger-Geschichte gelesen habe. Die Vettel aus dem Tempel gab die Hohepriesterin in einer samtenen lilafarbenen Robe mit gelben Runen der Verzückung. Die restlichen Dorfbewohner tanzten in dem seltsam sphärischen Licht der Albtraumwelt ekstatisch um uns herum und sangen einen infernalischen Kanon.

Ich spürte wir hatten die Aufmerksamkeit von etwas erregt und hoffte, dass es der Grinderlach war. Aber darum würde ich mich bei Zeiten kümmern, denn es galt den Albtraum auf die nächste Stufe zu heben. Jetzt ließ ich die Hohepriesterin herantreten. Mit dem aus sich selbst heraus glühenden Dolch schnitt sie mir den Bauch auf – die Schmerzen kann ich jetzt noch fühlen, zum Glück hat es keine Narbe in der wachen Welt hervorgerufen – und die Kultisten stürzten sich auf meine dampfenden Eingeweide. Diese rissen sie aus meinem Körper, begannen damit sie zu fressen. Eine wahrhaft schauderliche Erfahrung, die ich beinahe abgebrochen hätte, aber ich konnte das Monster fühlen, wie es uns suchte. Ich musste weiter machen.

Also wollte ich jetzt die Scharade beenden. Der Horror sollte nicht mich heimsuchen, die Dorfbewohner würden leiden müssen. Ich zerriss die Fesseln mit einer Leichtigkeit, als ob sie aus Pergament wären, begann zu schweben und ließ mir dazu Flügel wachsen. Dann erhob ich mein Haupt. Die Kultisten, mittlerweile von meinen Eingeweide und Blut besudelt kaum noch als Menschen zu erkenne, kauerten sich ängstlich um ihre Hohepriesterin. Diese drohte mit ihrem Dolch, verwünschte mich und macht lächerliche Versuche mich zu bannen. Ich stieß herunter und riss ihr den Kopf vom Leib. Kurz labte ich mich an dem hervor spritzenden Blut, um dann unter den Kultisten zu wüten. Ich bohrte meine Hand in Körper, riss Herzen hervor, die ich sogleich verspeiste. Mit bloßen Händen trennte ich Gliedmaßen von Torsi, spaltete Brustkörbe und ließ Schädel platzen. Ich konnte spüren, der Grinderlach war nahe.

Aber da war auch noch etwas anderes. Ich hatte die Aufmerksamkeit von etwas großem erregt. Im Abgrund regte sich etwas. Es zog an meinen Gedanken. Ich spürte die Kälte zwischen den Sternen, die Heimat der Entität zu sein scheint. Ich hatte zu lange und zu tief in den Abgrund gesehen. Zum Glück wurde ich durch den stechenden Geruch von Riechsalz aus den Albtraumlanden mitten in die Ankunft des Grinderlach geholt. Der Übergang war so abrupt, ich wähnte mich erst in einem anderen Teil der Katakomben des Schlafs.

 

Oh es geht weiter. Ich werde den Rest bei unserer nächsten Rast zu Ende schreiben.

Sonntag, 2. März 2025

Mottes Tagebuch - Geh nicht zum Grinderlach Teil 2

 Eine Rast bevor es wieder weitergeht. Nichts haben wir erreicht, außer an Erfahrung gewonnen. Aber ich will wieder beim Anfang beginnen. Doch ich muss mich kurz fassen.

Nachdem wir die Beute aus der Apotheke aufgeteilt hatten, wollten wir aufbrechen. Doch zuvorderst wollte Hartmuut noch mit dem kleinen Jungen sprechen, der von seinen beiden Gefährten stehts zum Schweigen gebracht wurde. Wie erwartet klappte das wiederum nicht. Mischten sich die beiden Tunichtgute doch immer wieder ein. Daher setzte ich – ein ums andere mal – meine Magie ein. Ein kleiner Hauch von Schlummer und sie wollten lieber ein wenig Ausruhen, als uns zu nerven.

Wirklich neues konnten wir nicht erfahren, aber unser Bild des Grinderlach wurde abgerundet. Er sei groß wie eine Scheune, vorne wie ein Frosch und hinten eine Heuschrecke - nur mit mehr Beinen berichtete uns der Junge. Aber das wichtigste – der Grinderlach hat Angst vor Fackeln. Also würde mein Alchimistenfeuer gute Dienste leisten – dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Dann aber wollten wir uns sputen. Gemeinsam mit Hartmuut wollte ich den Spuren folgen. Es erwies sich als einfach ihnen bis zum Mühlbach zu folgen. Leider wollte der Rest der Gruppe lieber mit dem Schmied gehen. Sein „Ich weiß wo der Steinkreis ist“ war wohl überzeugend. Warum sollte uns auch die Spur des Wesens zu ihm führen, wenn es auch die Möglichkeit gab einem Verrückten zu folgen? So war unsere Gruppe geteilt. Dass das nicht gut ist, war einleuchtend. Da braucht ich nicht einmal mich an die Schlachtkunde der Akademie zurückerinnern. Denn für ein Ausflank-Manöver waren wir entschiedend zu Wenige. Also schlossen wir uns den Anderen auf der anderen Seite des Bach wieder an.

Es war ein Glück, dass wir auf dem Weg auf die Spuren des Monsters wieder fanden. So standen wir bei der Abenddämmerung bei den Resten eines Steinkreises und blickten auf einen Höhleneingang. Die Menhire wiesen verwitterte Spuren auf, die in die Zeit der Riesen deueten. Sollte der Grinderlach so alt sein? Hatten die Riesen etwa versucht das Monster in die Höhle zu bannen? Wir werden es wohl nicht herausfinden. Aber es war deutlich, dass es hier war. Denn die Spuren waren unübersehbar.

Nun vermuteten wir das Monster in dem Höhlensystem. Aber noch war uns nicht klar, wie tief wir in die Höhle mussten. Also ging Hartmuut voran. Dabei gab es sich wenig Mühe sich zu verbergen. Das führte dazu, den Ginderlach zu wecken, denn hinter der gähnenden Schwärze verbarg sich kein weitverzweigtes System. Vielmehr gab es wohl nur eine kleine Halle in welche das Monster gerade so passte. Welcher dreimal verfluchte Dämon uns so blenden konnte mag ich mir nicht vorstellen.  

Nun kam es drauf an. Mit dem Mut des Wahnsinns trat der Schmied dem riesigen Dämon entgegen, schleuderte Verwünschungen – und wurde von der mächtigen Pranke zertreten. Diese Wendung hatte der Plan des Schmieds nicht vorgesehen. Alle Arbeit an der Rüstung war umsonst. Wir dafür um eine Möglichkeit das Vieh zu besiegen ärmer. Also stellten sich Hartmuut und James dem Grinderlach.

James nutzte einen Wachstumstrank, so dass seine Gelfe wie ein Messer in seiner mächtigen Pranke aussah. Während Hartmuut seine Armbrust nutzte. Doch die Bolzen prallten harmlos von der dicken Haut ab. Das Vieh ist zäh. Denn auch die Wunde welche James ihm beibrachte, schließt sich schnell wieder. Auch ich greife in den Kampf ein. Eingedenk des Wissens, das Vieh hat Angst vor Feuer nutze ich mein Alchemistenfeuer und treffe das Monster in der Flanke. Und tatsächlich, dort, wo das Feuer brennt schließt sich die Wunde nicht. Daher war ich reichlich schockiert, als Juri einen Wasserstrahl beschwor. Das magische Wasser würde sicher die Flammen ersticken. Aber zum Glück hatte Juri die Absicht das Vieh gegen die Felswand zu schleudern, was auch gelang. Es schien, wir konnten das Monster verwunden. Und was wir verwunden können, können wir auch töten – dachten wir.

Da keine meiner Waffen die Haut auch nur kratzen würde, wollte ich es mit einer anderen Taktik versuchen. Ich bearbeitete einen Toten Baum mit meiner Axt, um ihn zu entzünden und dann mittels meiner magischen Macht auf das Monster zu werfen.

Derweil zeigten die vereinten Bemühungen von James mit seiner Gelfe und Hartmuut mit dem Hammer des Angrosch Wirkung. So sehr, dass der Grinderlach zu entfliehen versuchte. Ich schleuderte daher den Baum mit meiner Zauberhand auf ihn. Leider hatte ich jedoch nicht mehr die Gelegenheit ihn zu entzünden. So brachte er leider nicht die gewünschte Wirkung.

Der Grinderlach setzte zum Sprung an, um aus dem Gefahrenbereich zu entfliehen. James und Hartmuut setzen ihm nach. Doch sie konnten nicht so schnell folgen. Stattdessen landete das Vieh auf Juri. Wie Zippy durch die Donnerechse wurde sie zu Boden gedrückt. Zu ihrem Glück konnte sie aber sich zu Seite Rollen, so dass sie den messerscharfen Klauen entkam. Neben einigen Schrammen, Prellungen und Stauchungen war vor allem Juris Würde verletzte.

Mutig, wie James es mich gelehrt hatte, stellte ich mich dem Monster in den Weg. Doch es sprang nochmals - einfach über mich hinweg. Rasch drehte ich mich um, damit ich den Grinderlach verfolgen könnte. Mit der Axt in der einen und meiner letzten Flasche Alchimistenfeuer in der anderen Hand, wollte ich dem Vieh eine Herausforderung entgegenschleudern.

Aber Harmuut hatte eine andere Vorstellung. Es sah in einer Verfolgung keinen Sinn. Vor allem nicht, wenn ich diese alleine durchführen würde, war dem Rest der Gruppe doch schon deutlich von dem Monster zugesetzt worden. Das machte er zunächst deutlich in dem er mich am Kragen fasste. Meine Verfolgung endete so schnell auf dem Hosenboden. Nun war ich davon gar nicht begeistert. Weshalb ich meinem Unmut lautstark Ausdruck verlieh. Das wiederum provozierte Juri zu einer handfesten Entgegnung. Die Auseinandersetzung endete mit Atemübungen meinerseits, auf dass ich weder in die Rote Wut verfalle, noch mich heulend auf den Boden werfe.

Meinem Selbstbewußtsein hat dies einen kleinen Dämpfer verpasst. Schließlich dachte ich, die anderen würden mich nicht mehr wie ein kleines Kind behandeln. Aber sei’s drum. Dafür ist meine Gesichtsbemalung jetzt viel ausdrucksstärker. Ich sollte mir überlegen, wie ich die Schlieren um die Augen auf hinbekommen, ohne dass ich mir Zwiebelwasser in selbige träufeln müsste. Aber das soll erst einmal hinten anstehen.


Nach der Flucht des Grinderlach sind wir zunächst nach Totholz zurückgekehrt. Dort ruhen wir uns aus, versorgen unsere Wunden und planen die nächsten Schritte.

Es scheint das Monster wird von Leben angezogen, das es in den Wahnsinn treiben kann. Das spricht dafür, es ist auf dem Weg nach Isandras Wacht. Die Idee nach den Skrang zu schicken, um so noch mehr Kampfkraft zu haben, könnte daher zu lange dauern. Vielmehr reifte in uns die Überlegung den Grinderlach in eine Falle zu locken. Einen Hohlweg oder ein totes ende im Gebirge. Dort könnten wir es mit den Schnapsfässern aus der Apotheke bewerfen, in Brand setzten und dann mit Steinen von Oben zur Strecke bringen. Nun braucht es dafür einen Köder. Da wir nicht wirklich gut in schwierigem Gelände reiten können, wären es wohl James oder ich, denen die Aufgabe zu kommen könnte. Vermutlich ich, weil sicher magische Begung für das Monster attraktiver wäre. Aber Juri meinte, vielleicht könnten wir es auch über die Traumlande locken. Zu schade, dass ich keine Erfahrung in Schamanismus besitze. Ein Eintauchen in die Traumzeit wäre sehr hilfreich.

Dennoch bleiben noch einige weitere Fragen ungeklärt. Das Monster erscheint nur in der Nacht, Nun das ließe sich damit erklären, dass es aus den Albträumen beschworen wurde. Aber dann wäre die Frage, warum erscheint es in Totholz. Gibt es eine besondere Verbindung zu diesem Ort? Der Steinkreis wäre eine Erklärung, doch ist es schon vor Urzeiten zerstört. Das Monster hätte also viel länger sein Unwesen hier treiben können. Haben die Ereignisse der letzten Zeit vielleicht den Riss in der Wirklichkeit gerade an diese Stelle geschaffen? Oder gibt es gar Kultisten, welche mutwillig den Grinderlach beschworen haben? Steckt vielleicht sogar ER dahinter? Haben die Schwergen der Hanse womöglich etwas damit zu tun? Haben sie den Samen gelegt, die Geschichte genutzt? Zuzutrauen wäre es ihnen. Das würde auch erklären, warum ich IHN immer als Dämonen in meinen Träumen sehe. Wenn wir also das Monster verbannen, den Grinderlach töten, wäre das auch ein Schlag gegen die Hanse.

Ich kann kaum erwarten, dass wir aufbrechen. Das wird ein Spass!