Eine Rast bevor es wieder weitergeht. Nichts haben wir erreicht, außer an Erfahrung gewonnen. Aber ich will wieder beim Anfang beginnen. Doch ich muss mich kurz fassen.
Nachdem wir die Beute aus der Apotheke aufgeteilt hatten, wollten wir aufbrechen. Doch zuvorderst wollte Hartmuut noch mit dem kleinen Jungen sprechen, der von seinen beiden Gefährten stehts zum Schweigen gebracht wurde. Wie erwartet klappte das wiederum nicht. Mischten sich die beiden Tunichtgute doch immer wieder ein. Daher setzte ich – ein ums andere mal – meine Magie ein. Ein kleiner Hauch von Schlummer und sie wollten lieber ein wenig Ausruhen, als uns zu nerven.
Wirklich neues konnten wir nicht erfahren, aber unser Bild des Grinderlach wurde abgerundet. Er sei groß wie eine Scheune, vorne wie ein Frosch und hinten eine Heuschrecke - nur mit mehr Beinen berichtete uns der Junge. Aber das wichtigste – der Grinderlach hat Angst vor Fackeln. Also würde mein Alchimistenfeuer gute Dienste leisten – dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt.
Dann aber wollten wir uns sputen. Gemeinsam mit Hartmuut wollte ich den Spuren folgen. Es erwies sich als einfach ihnen bis zum Mühlbach zu folgen. Leider wollte der Rest der Gruppe lieber mit dem Schmied gehen. Sein „Ich weiß wo der Steinkreis ist“ war wohl überzeugend. Warum sollte uns auch die Spur des Wesens zu ihm führen, wenn es auch die Möglichkeit gab einem Verrückten zu folgen? So war unsere Gruppe geteilt. Dass das nicht gut ist, war einleuchtend. Da braucht ich nicht einmal mich an die Schlachtkunde der Akademie zurückerinnern. Denn für ein Ausflank-Manöver waren wir entschiedend zu Wenige. Also schlossen wir uns den Anderen auf der anderen Seite des Bach wieder an.
Es war ein Glück, dass wir auf dem Weg auf die Spuren des Monsters wieder fanden. So standen wir bei der Abenddämmerung bei den Resten eines Steinkreises und blickten auf einen Höhleneingang. Die Menhire wiesen verwitterte Spuren auf, die in die Zeit der Riesen deueten. Sollte der Grinderlach so alt sein? Hatten die Riesen etwa versucht das Monster in die Höhle zu bannen? Wir werden es wohl nicht herausfinden. Aber es war deutlich, dass es hier war. Denn die Spuren waren unübersehbar.
Nun vermuteten wir das Monster in dem Höhlensystem. Aber noch war uns nicht klar, wie tief wir in die Höhle mussten. Also ging Hartmuut voran. Dabei gab es sich wenig Mühe sich zu verbergen. Das führte dazu, den Ginderlach zu wecken, denn hinter der gähnenden Schwärze verbarg sich kein weitverzweigtes System. Vielmehr gab es wohl nur eine kleine Halle in welche das Monster gerade so passte. Welcher dreimal verfluchte Dämon uns so blenden konnte mag ich mir nicht vorstellen.
Nun kam es drauf an. Mit dem Mut des Wahnsinns trat der Schmied dem riesigen Dämon entgegen, schleuderte Verwünschungen – und wurde von der mächtigen Pranke zertreten. Diese Wendung hatte der Plan des Schmieds nicht vorgesehen. Alle Arbeit an der Rüstung war umsonst. Wir dafür um eine Möglichkeit das Vieh zu besiegen ärmer. Also stellten sich Hartmuut und James dem Grinderlach.
James nutzte einen Wachstumstrank, so dass seine Gelfe wie ein Messer in seiner mächtigen Pranke aussah. Während Hartmuut seine Armbrust nutzte. Doch die Bolzen prallten harmlos von der dicken Haut ab. Das Vieh ist zäh. Denn auch die Wunde welche James ihm beibrachte, schließt sich schnell wieder. Auch ich greife in den Kampf ein. Eingedenk des Wissens, das Vieh hat Angst vor Feuer nutze ich mein Alchemistenfeuer und treffe das Monster in der Flanke. Und tatsächlich, dort, wo das Feuer brennt schließt sich die Wunde nicht. Daher war ich reichlich schockiert, als Juri einen Wasserstrahl beschwor. Das magische Wasser würde sicher die Flammen ersticken. Aber zum Glück hatte Juri die Absicht das Vieh gegen die Felswand zu schleudern, was auch gelang. Es schien, wir konnten das Monster verwunden. Und was wir verwunden können, können wir auch töten – dachten wir.
Da keine meiner Waffen die Haut auch nur kratzen würde, wollte ich es mit einer anderen Taktik versuchen. Ich bearbeitete einen Toten Baum mit meiner Axt, um ihn zu entzünden und dann mittels meiner magischen Macht auf das Monster zu werfen.
Derweil zeigten die vereinten Bemühungen von James mit seiner Gelfe und Hartmuut mit dem Hammer des Angrosch Wirkung. So sehr, dass der Grinderlach zu entfliehen versuchte. Ich schleuderte daher den Baum mit meiner Zauberhand auf ihn. Leider hatte ich jedoch nicht mehr die Gelegenheit ihn zu entzünden. So brachte er leider nicht die gewünschte Wirkung.
Der Grinderlach setzte zum Sprung an, um aus dem Gefahrenbereich zu entfliehen. James und Hartmuut setzen ihm nach. Doch sie konnten nicht so schnell folgen. Stattdessen landete das Vieh auf Juri. Wie Zippy durch die Donnerechse wurde sie zu Boden gedrückt. Zu ihrem Glück konnte sie aber sich zu Seite Rollen, so dass sie den messerscharfen Klauen entkam. Neben einigen Schrammen, Prellungen und Stauchungen war vor allem Juris Würde verletzte.
Mutig, wie James es mich gelehrt hatte, stellte ich mich dem Monster in den Weg. Doch es sprang nochmals - einfach über mich hinweg. Rasch drehte ich mich um, damit ich den Grinderlach verfolgen könnte. Mit der Axt in der einen und meiner letzten Flasche Alchimistenfeuer in der anderen Hand, wollte ich dem Vieh eine Herausforderung entgegenschleudern.
Aber Harmuut hatte eine andere Vorstellung. Es sah in einer Verfolgung keinen Sinn. Vor allem nicht, wenn ich diese alleine durchführen würde, war dem Rest der Gruppe doch schon deutlich von dem Monster zugesetzt worden. Das machte er zunächst deutlich in dem er mich am Kragen fasste. Meine Verfolgung endete so schnell auf dem Hosenboden. Nun war ich davon gar nicht begeistert. Weshalb ich meinem Unmut lautstark Ausdruck verlieh. Das wiederum provozierte Juri zu einer handfesten Entgegnung. Die Auseinandersetzung endete mit Atemübungen meinerseits, auf dass ich weder in die Rote Wut verfalle, noch mich heulend auf den Boden werfe.
Meinem Selbstbewußtsein hat dies einen kleinen Dämpfer verpasst. Schließlich dachte ich, die anderen würden mich nicht mehr wie ein kleines Kind behandeln. Aber sei’s drum. Dafür ist meine Gesichtsbemalung jetzt viel ausdrucksstärker. Ich sollte mir überlegen, wie ich die Schlieren um die Augen auf hinbekommen, ohne dass ich mir Zwiebelwasser in selbige träufeln müsste. Aber das soll erst einmal hinten anstehen.
Nach der Flucht des Grinderlach sind wir zunächst nach Totholz zurückgekehrt. Dort ruhen wir uns aus, versorgen unsere Wunden und planen die nächsten Schritte.
Es scheint das Monster wird von Leben angezogen, das es in den Wahnsinn treiben kann. Das spricht dafür, es ist auf dem Weg nach Isandras Wacht. Die Idee nach den Skrang zu schicken, um so noch mehr Kampfkraft zu haben, könnte daher zu lange dauern. Vielmehr reifte in uns die Überlegung den Grinderlach in eine Falle zu locken. Einen Hohlweg oder ein totes ende im Gebirge. Dort könnten wir es mit den Schnapsfässern aus der Apotheke bewerfen, in Brand setzten und dann mit Steinen von Oben zur Strecke bringen. Nun braucht es dafür einen Köder. Da wir nicht wirklich gut in schwierigem Gelände reiten können, wären es wohl James oder ich, denen die Aufgabe zu kommen könnte. Vermutlich ich, weil sicher magische Begung für das Monster attraktiver wäre. Aber Juri meinte, vielleicht könnten wir es auch über die Traumlande locken. Zu schade, dass ich keine Erfahrung in Schamanismus besitze. Ein Eintauchen in die Traumzeit wäre sehr hilfreich.
Dennoch bleiben noch einige weitere Fragen ungeklärt. Das Monster erscheint nur in der Nacht, Nun das ließe sich damit erklären, dass es aus den Albträumen beschworen wurde. Aber dann wäre die Frage, warum erscheint es in Totholz. Gibt es eine besondere Verbindung zu diesem Ort? Der Steinkreis wäre eine Erklärung, doch ist es schon vor Urzeiten zerstört. Das Monster hätte also viel länger sein Unwesen hier treiben können. Haben die Ereignisse der letzten Zeit vielleicht den Riss in der Wirklichkeit gerade an diese Stelle geschaffen? Oder gibt es gar Kultisten, welche mutwillig den Grinderlach beschworen haben? Steckt vielleicht sogar ER dahinter? Haben die Schwergen der Hanse womöglich etwas damit zu tun? Haben sie den Samen gelegt, die Geschichte genutzt? Zuzutrauen wäre es ihnen. Das würde auch erklären, warum ich IHN immer als Dämonen in meinen Träumen sehe. Wenn wir also das Monster verbannen, den Grinderlach töten, wäre das auch ein Schlag gegen die Hanse.
Ich kann kaum erwarten, dass wir aufbrechen. Das wird ein Spass!
Sonntag, 2. März 2025
Mottes Tagebuch - Geh nicht zum Grinderlach Teil 2
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
0 comments:
Kommentar veröffentlichen