Ich hätte nicht gedacht, dass ich mir die ruhige Routine der Übungen mit James zurückwünschen würde. Doch nach unserem Ausflug in den Gürtel sehne ich mich geradezu nach der langweiligen Wiederholung des Bierfassstemmen. Aber der Reihe nach.
Im Haus der Gesellschaft hatten wir einen Neuankömmling. Ein Gnom, der sich Sir Eisenhardt nennt, hat sich uns angedient. Was den imperialen Krieger nach Port Grimm verschlagen hat, habe ich noch nicht herausgefunden, gab es doch zunächst Wichtigeres. Denn aus irgendeinem obskuren Grund schien James von der Idee besessen zu sein, dass Sir Eisenhardt mir ein Lehrmeister sein könnte, während James „Geschäften“ im Dschungel nachgehen wollte.
Alles Flehen, Bitte und Fluchen nutzte nichts. James meinte, ich Menschlein könne sicher von dem kleinen Eisenkind unterrichtet werden. Und wenn er wieder komme, wolle er sehen, dass ich mehr Fleisch auf den Rippen habe und auch einige Kniffe mit den schweren Waffen beherrsche. Sei’s drum. Seitdem habe ich zwar erst einmal mit dem Bidenhänder geübt, aber trage schon ein paar Tagen einen Rucksack mit Steinen. Für die Haltung, wie der Gnom meint. Mein Rücken ist schon grün und blau. Und an meiner Haltung hat sich auch nichts geändert. Ich finden die Idee mit dem Rucksack immer noch Unsinn. Aber ich habe die Rolle des Lehrling gewollt, also füge ich mich in mein Schicksal.
Da war es eine schöne Abwechslung, als der Prokurator und Anwalt des Gesellschaft, Pokarius von Alttor meinen Aushilfslehrmeister und mich zu sich rief, um uns zu eröffnen, dass Sir Eisenhardt als neuer Akolyt sich durch einen Auftrag als für die Gesellschaft geeignet erweisen müsse. Da hierzu immer mindestens zwei erfahrene und geehrte Mitglieder der Gesellschaft - er hat es wirklich so ausgedrückt! - benötigt wurden, war auch Zippy mit von der Partie. Auch wenn ich nicht den allerbesten Start mit dem Feen-Freund hatte, ich war froh ihn an meiner Seite zu haben. Würde seine erfrischende Art doch jede Menge Abwechslung versprechen. Ich weiß, dass Wünsche versteckte Flüche sind, aber dass sich diese so schnell erfüllen würde... Aber ich will nicht vorgreifen.
Pokarius eröffnete uns, Joachim von Schwertwall wäre in der Stadt gesichtet worden. Ich wußte, dies sollte eigentlich nicht sein. Aber bei der verzwickten Erklärung, wo Joachim eigentlich vermutet wurde, war ich abgelenkt. Denn einerseits hatte Sir Eisenhardt darauf bestanden, dass ich den blöden Rucksack auch bei der Besprechung trage und andererseits weckte die Erwähnung des bekannten Heilers doch wieder die Seite der Wißbegier in mir. Sei’s drum – der Auftrag war einfach: Sucht, findet und verfolgt Joachim. Sammelt Informationen, seid unauffällig. Eine einfache Aufklärungsmission – und zu meiner Freude im Gürtel. Jenem Stadtteil, dem ich schon seit einiger Zeit eine Besuch abstatten wollte. Vor allem nach allem, was ich von Juri und Hartmuut erfahren habe.
Juri und Hartmuut haben haarsträubende Geschichte von ihrem Besuch dort erzählt, während Korva nach ihrer Rückkehr einen ganzen Tag nicht aus der Küche kam – dafür aber köstliche Plätzchen und Kuchen fabrizierte. Die Drei waren bei der Suche den Mord an einem Kerzenzieher aufzuklären, in „den Turm“ vorgedrungen. Dieser ist, laut Juri, von Antimagie erfüllt. Keiner ihrer Zauber hätte dort Wirkung gezeigt. Und zu allem Übel würde ein Menschenfresser den Eingang bewachen. Ich war ein wenig erstaunt, dass Juri so viel Aufhebens um einen Oger machte. Oger sind zwar etwas grobschlächtig, aber, wenn sie nicht hungrig sind, sehr umgänglich. Auf der Akademie war einer der Hausgehilfen ein Oger, der bei einem Fass Bier gern von seinen Abenteuern mit der Halblingskompanie der Troßwache erzählte. Sei’s drum, ist wohl so ein Südmeer-Ding.
Ich hätte aber von Anfang an ein schlechtes Gefühl haben sollen. Bestand doch Sir Eisenhardt darauf, bei einem Einsatz stets auf alles vorbereitet zu sein. Was in seinem Fall bedeutete, mit Imperialer Vollplatte durch die Stadt laufen zu wollen. Zum Glück konnten Zippy und ich ihn überzeugen, dass er Aufsehen erregen würde. Daher wurde aus einer Pferdedecke schnell ein Umhang improvisiert, der nicht nur die Platte sondern Sir Eisenhardt im Ganzen bedeckte. Ich schmierte mir noch schnell roten Ton - statt Blut, weil es auch nicht so streng riecht - in die Haare, so dass sie, wie Stacheln von meinem Kopf abstanden. Waren die Haare doch frisch gewaschen gewesen, was nicht zu meinem restlichen Äußeren mit den schicken Kriegsbemalungen gepasst hätte. Dermaßen getarnt, machten wir uns durch die Stadt zum Gürtel auf.
Ich war schon sehr gespannt. Und wurde nicht enttäuscht. Denn im Gegensatz zu allen anderen Orten und Städten, die ich schon bereist hatte, kam der Übergang von einem Stadtviertel zum anderen abrupt. Kaum hatten wir den Fuß in den Gürtel gesetzt, verdunkele sich das Licht. Die Bettler erschienen kränker als noch auf der anderen Straßenseite. Auch die Straße selbst war schlechter und dreckiger. Ich war froh immer noch meine Schuhe zu tragen. Selbst Zippy musste zugeben, dass Stiefel angebracht wären, als die Erfahrung barfuß durch den klebrigen Schlamm zu waten.
Der Turm war – wenig überraschend – leicht zu finden. Die Architektur des Turm hatte sicher kein Baumeister entwerfen können. Selbst ein Kind mit Bauklötzen würde sicher über die Anordnung von Häusern und Ausbuchtungen, die hier in einander verschachtelt waren, staunen. Aber wirklich überraschend war, dass vor dem Gebäude ein Streittruthahn angebunden war.
Dieses seltsame Reittier faszinierte Zippy. Sofort hüpfte er aufgeregt hin, um das Tier zu streicheln. Das wurde ein lustiger Tanz, bei dem Zippy dann eine Feder vom Schweif erbeutete, wollte der Truthahn wohl niemanden zu sich heranlassen. Und selbst der wendige und neugierige Gnom hatte tiefen Respekt vor den eisenbewehrten Krallen.
Ich schenkte dem ganzen noch keine Bedeutung, aber wußte, dass ein Paladin der Churun, ein gewisser Harlander auf einem Streittruthahn in die Stadt gekommen war. Dunkel war mir bewußt, es gibt eine Konkurrenz oder Rivalität zwischen der Kirche der Churun und der Weißen Hand. Mittlerweile verfluche ich meine Gedächtnislücken! Daher notiere ich mir hier nochmal: Forsche nach Gedächtnisvampieren! Nun zu diesem Zeitpunkt dachte ich nur, na das passt, ist wohl noch eine Partei hinter Joachim her.
Da die Tür offen stand, sind wir direkt in den Turm gegangen. Dort trafen wir, wie zu vermuten war, den Oger. Ein Anblick, der wahrlich imposant war. So imposant, dass Sir Eisenhardt doch etwas geschockt war, als das riesige Wesen plötzlich aus dem Schatten kam. Seltsam war der Spruch mit dem er versuchte dann die Gnomen zu fangen: „Annika wird sich freuen, Neue!“. Ich suchte ihn mit Beleidigung abzulenken, was ich mit einem Wurf des Rucksacks Nachdruck verlieh. Da der Wurf wohl gezielt war, traf ich den Oger in seine empfindlichen Teile. Genug Zeit, um an ihm vorbei in die Halle zu gelangen.
Dort stießen wir auf die ersten Bewohner des Turms. Doch war es gar nicht so einfach mit ihnen in Kontakt zu kommen. Eine Gevatterin redete erst mit uns, als ich von ihrem Eintopf aß. Dieser schmeckte, als ob er aus in Schlamm ausgekochten Socken bestehen würde, aber immerhin besser, als alles, was James mir vorgesetzt hatte. Doch leider brachte meine aufopfernde Tat keine brauchbaren Informationen. Sicher ein Tätowierter und ein Gnom wurden irgendwo im Turm gesehen, aber wo, nun weiter oben. Also ging es in den Irrgarten von einem Turm.
Im Turm gab es nicht nur ein verwirrende Zahl an Treppen, Gängen und Türen. Es schien auch, dass zwischen den Wänden Gänge vorhanden sind, waren von dort auch Geräusche zu hören, die nicht auf normale Wohngeräusche zurückzuführen waren. Schnell hatten wir den Überblick verloren. So entschieden wir uns zunächst den Weg zur obersten Etage einzuschlagen.
Was uns erstaunte, waren die vielen Kranken. Kranke und Lahme hatten wir erwartet, aber nicht in dieser Menge. Erst dachten wir das Schwarze Keuchen, aber die Symptome passten nicht. Ein geschwollener, teilweise lila verfärbter, Hals, Husten, häufig blutig, der offensichtlich zum Tod durch Ersticken führte. Denn einige Kranke lagen von den anderen Bewohnern unbeachtet leblos in den Ecken.
Den Weg nach oben nutzten wir, um weiter mit den Bewohnern in Kontakt zu treten. So konnte Sir Eisenhardt erfahren, dass die besagte Annika wohl die Ratten um sich gesammelt hatte. Es wunderte mich nicht die Ratten hier im Turm zu finden. Aber konnte es sein? Die Rattenmutter hat nicht mehr die Führung inne? Oder hat sie sich jetzt einen Namen gegeben?
Ich grübelte, während wir weiter gingen. Weiter nach oben, denn dort sollte ein Tätowierter wohnen, zwar ein Elf, aber immerhin ein Ansatzpunkt. Doch mussten wir uns etwas gedulden, denn Sir Eisenhardt versuchte herauszufinden, wer hinter der Wand uns verfolgte. Zwar konnte er hinter der Wand Gänge entdecken, doch hätten wir uns trennen müssen, da ich nicht diesem Weg hätte folgen können.
Sir Eberhardt wollte dann einen anderen Weg einschlagen - Die besagte Annika finden. Ein Umstand, den ich lieber vermeiden würde. Zu viel, was mir durch den Kopf ging, was passieren würde, wenn die Ratten mich erkennen würden. Doch zu meinem Glück trafen wir einen Scheißesammler, der uns versicherte, dass wir die falsche Treppe genommen hätten und entweder zurück oder von oben einen anderen Wege nach unten nehmen müssten. Da wir eine Unruhe von unten wahrnahmen, die sich nach oben ausbreitete, nahmen wir den Weg nach oben wieder auf.
Beim weiteren Weg nach oben zeigte sich, dass mein Training mit James mir zumindest wenn keine Muskelberge, so doch einen eisernen Magen eingebracht hatte. Denn ein Bauchladenhändler erklärte uns, nachdem ich einen Snack von ihm gegessen hatte – etwas, dass einer halbgaren Karotte in einem schlaffen Brötchen glich – ein Tätowierter sei im Turm vor drei Tagen gesichtet worden. Den Turm hätte er aber noch nicht verlassen.
An der Turmspitze, wenn wir es denn so nennen können, erwartete uns eine Überraschung. An der soliden Tür, welche den Zugang versperrte, war ein äußert erregter Zwerg dabei, die Tür mit Schlägen zu bearbeiten. Dabei stieß er Flüche aus, die ich noch nie von Hartmuut gehört habe. Sir Eberhardt versuchte zwar, eine gesittete Kommunikation mit dem Zwerg aufzunehmen. Aber sehr gesprächig war besagter Zwerg nicht. Soviel konnten wir erfahren, dass er den Elf, welcher hinter der Tür wohne, für die Krankheit im Turm verantwortlich mache. Vor allem jetzt, da auch sein Bruder erkrankt sei. Auch brachte er zu Gehör, dass er davon ausgehe der Gnomen-Paladin hätte das Zeitliche gesegnet. Jedenfalls wollte der Zwerg wohl dem Elfen mit Gewalt drohen, um den Fluch vom Turm zu nehmen.
Sei’s drum – Während Sir Eberhardt mit dem Zwerg in Disput war, hatten Zippy und ich beschlossen, den Elf aufzusuchen. Dafür nutzte ich meine erworbenen Talente und knackte sauber und souverän das doch recht solide Schloss. So konnten wir die für den Turm ausladenden und überraschend helle, wie auch trockene Wohnung betreten. Natürlich folgte uns der Zwerg, der umgehend, begann zu zetern und nach dem Elf zu verlangen.
Die Wohnung selbst bot sich mit allerlei Krimskrams voll gestellt. Es fand sich Nippes und Kinkerlitzchen, wie sie von einer Reise mitgebracht werden, Wild durcheinander und verstaubt. Eine schnelle und systematische Suche bringt uns dann auch zum Bewohner: Elnarath Wellenkrone. Ein – wie erwartet - Elf in feinen Roben, bei dessen Sprechweise und Verhalten ich aus eigener Erfahrung darauf tippe, dass er kurz zuvor dem Schlafmohn zugesprochen hat. Mit leiser Stimme, die ob des immer wüten des Zwergs in den Nebenräumen nur schwer zu verstehen war, sprach er im wesentlichen Unsinn. Er konnte kaum die Zeiten auseinander halten. Sprach davon vor kurzem – vielleicht erst 300 Jahren – einem Runenmeister begegnet zu sein - auf dem großen Kontinent. Als er dann anfing, dass die Sterne dem Weisen den Weg leuchten und er sich von Luft und Licht ernährte, war bei mir die Geduld dann doch beinahe am Ende.
Wäre nicht der Zwerg im Zimmer erschienen, hätte ich sicher den Grundsatz „ehre die Elfen“ vergessen und mit sanfter körperlicher Gewalt eine vernünftige Antwort erzwungen. So aber mussten Sir Eberhardt und ich den Zwerg davon abhalten, den Elf zu massakrieren. Hier hatte ich das Gefühl, ich könnte bald meine Ausbildung zur Barbarin abschließen. Verfiel ich doch in die Rote Wut, als mich der Zwerg grob zur Seite schubste. Ich wurde meiner selbst erst wieder gewahr, als Sir Eberhardt zusammen mit Zippy mich von dem bewußtlosen und arg malträtierten Zwerg herunter zogen. Ich glaube meine rechte Hand ist immer noch etwas gestaucht von den vielen Schlägen gegen den harten Zwergenkopf.
Ich konnte mich aber kaum daran freuen, mich in den Zustand der Raserei versetzt haben zu können. Wollte Zippy doch meine professionelle Zweitmeinung über einen Fund, den er in der Wohnung gemacht hatte. Eine mumifizierte Hand mit Ringen. Ich erkannte das Artefakt sofort als Hand der Glorie. Ein äußert mächtiges Artefakt, welches Wünsche erfüllen kann. Und dann waren daran auch noch zwei Zauberringe angebracht: Ein Ring der Unsichtbarkeit und einer des Federfalls. So war jedenfalls meine Annahme, aufgrund eines Bildes, das ich in einem meiner Zauberbücher gesehen hatte. Ich wußte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich die Seiten verwechselt hatte.
Da Zippy – bedingt durch seine Hellsichtigkeit – darauf verwies, dass ein leichter Illusionszauber auf der Behausung liege, wollten wir direkt die Hand ausprobieren. Vielleicht hätte ich mich nicht von der Neugier des Gnoms anstecken lassen sollen. Sicher hätte ich erst selbst einige Untersuchung durchführen sollen. Doch wer weis? Wäre ich doch wohl zum selben Ergebnis mit den selben Auswirkungen gekommen. Jedenfalls haben wir die Hand genutzt, einen Finger entzündet und unseren Wunsch ausgesprochen, den Zauber von den Wänden zu nehmen. Das geschah dann auch.
Die Wände lösten sich auf und gaben den Blick nach draußen frei. Dort wanden sich Tentakeln aus Himmel und Erde, die den Turm umschlungen und widerlich tastend durch die Räume glitten. Spuren aus ekelerregendem, vielfarbigen Schleim hinterlassen. Alles, was mit diesem Schleim in Berührung kam, begann langsam aber doch sichtbar zu verrotten. Ich spürte einen eiskalten Griff um meinem Herzen, kalter Schweiß trat auf meine Stirn. Dann konnte ich nur noch schreien und laufen. Weg von dieser Ausgeburt der Hölle. Denn genau dieses Bild hatte ich nachts zuvor in einem Albtraum gesehen. Tentakel, die mich packten, erst meine Arme und Beine vom Körper rissen, bevor mich der Tod durch Zerquetschen ereilte. Der Albtraum war real geworden. Daher übernahm mein altes Ich, nicht Motte die Barbarin, sondern Motte der Feigling, lenkte meine Schritte. Ich musste fliehen, weg von den Tentakeln, raus aus dem Turm.
Hals über Kopf stürzte ich die Treppen in Richtung des Ausgangs hinunter, direkt in das nächste Verderben. Denn kaum einen Absatz später brachen die Ratten aus der Wand. Ein halbes Dutzend von ihnen warfen mich zu Boden, zerrten an mir, heulten vor Freude. Ich wehrte mich aus Leibeskräften, trat biss und schrie. Sicher hätte mich die Vielzahl der Feinde überwältigt. Gegen ein Dutzend kann auch ich mich nicht wehren.
Aber zu meinem Glück erschien Zippy nur einen Augenblick später. Dank seines Feenzaubers konnte ich mich befreien und einige Treppen weiter in die Dunkelheit fliehen. Dort stand ich dann. Zitternd, die Weste klebte nass vom kalten Schweiß, der in Sturzbächen meinen Körper herabfloss, an meinem Körper. Das Haar hing mir im Gesicht, heiße Tränen liefen mir die Wangen herab. Und sicher hätte ich mich eingenäßt, hätte ich mich nicht vor unserem Gang in den Gürtel erleichtert. Ein Verhalten, was einer Barbarin nicht gut zu Gesicht stehen würde. Zu allem Überfluß nahm ich noch den einzigen Ausweg, der mir in den Sinn kam. Nicht meine Axt, um heldenhaft gegen die zwei Dutzend Ratten aufrecht zu sterben. Ich zauberte eine Verkleidung. Illusion, Mädchenzauber, aber der Zauber funktionierte. Das halbe Dutzend Ratten, das mir auf dem Fuße folgte, beachtete mich nicht, hielt mich für einen der kranken Turmbewohner.
Während ich dort in der Nische stand, konnte ich hören, wie Sir Eberhardt den Ratten zurief, sie sollen sich mit Gegnern in ihrer Größe anlegen. Er verteilte dann zusammen mit Zippy einige Backpfeifen. Zuvor war er, wie mir Zippy anerkennend berichtete, wie eine Eisenkugel die Treppe hinabgestürzt und habe mindestens drei Dutzend Ratten wieder zurück in die Wände getrieben.
Mir war klar. Sir Eberhardt wollte jetzt die Ratten verfolgen. Offensichtlich hatten wir sie nicht nur aufgescheucht. Denn die Behausung in die die geschlagenen Reste verschwunden waren, war sicher ihr neues Nest. Zwar würde ich auch gerne wissen, was aus der Rattenmutter geworden ist. Wer diese ominöse Angelika ist. Aber mir zitterten die Knie bei dem Gedanken mich den Ratten zu stellen. Zum Glück, so dachte ich, haben wir den Ring der Unsichtbarkeit. So könnte ich unerkannt Zippy und Sir Eberhardt in die Höhle der Ratten begleiten. Was sollte schon schief gehen?!