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Montag, 31. März 2025

Mottes Tagebuch - In the temple of... Teil 1

 Mal wieder geht es gleich los. Daher will ich mich kurz fassen. Schließlich ist nicht viel passiert, aber konnte ich doch einiges interessantes in Erfahrung bringen.

Nachdem Juri uns mit den Dörflern verlassen hatte, machten wir uns auf in Richtung des alten Zwergenklosters und von dort aus in Richtung der Zuflucht der Skrang. James zeigte Hartmuut und mir auch die geheimen Zeichen an denen wir durch die Tunnel das Tal der Riesenechsen erreichen konnten. Eine große Ehre, wie uns bewußt wurde.

Das Tal der Riesenechsen zeigte sich mit seiner üppigen Vegetation noch grüner, als ich es in Erinnerung hatte. Leider war es auch heißer und feuchter als in meiner Erinnerung. Es war, wie in einer Waschküche. Zum meinem Glück ist meine Kleidung recht leicht. Nichtsdestotrotz lief mir der Schweiß in Strömen den Körper herunter. Meine Bemalung hatte sich in weiten Teilen bereits von meiner Haut gewaschen. Sei’s drum. Die neue Zuflucht der Skrang entschädigte selbst diese Strapazen.

Das Dorf war in die Bäume gebaut. Plattformen waren mit Hängebrücken verbunden und einige der Bäume trugen ganze Häuser. Erreichen konnten wir die Siedlung dann über einige Strickleitern. Eine gute und zweckmäßige Art an einem Ort zu bauen, der vor Raubtieren wimmelt. Ganz davon abgesehen, dass er auch gut gegen zweibeinige Predatoren zu verteidigen ist.

Von den Skrang wurden wir mit großer Ehrerbietung empfangen. Uns wurde frisches – und überraschend kaltes – Wasser sowie eine große Auswahl an Früchten gereicht. Außerdem wurden uns betörend duftende Blumenketten um den Hals gehängt. Etwas das an Hartmuut zwar seltsam, aber nicht unpassend aussah. Doch leider waren wir nicht zu einem Fest eingeladen, eine Entscheidung stand an.

Wir wurden zum Haus des Goldenen Wächters gebracht. Bei dem uralten Gragoyle waren auch die beiden spirituellen Führer – die Brutmutter Bogyn und der Blinde Naktock. Sie eröffneten uns, dass die Skrang bedroht sind, da die Träume kein sicherer Ort mehr sind. Denn die Träume wirken sich auf die Entwicklung der Skrang aus, was sich bei den anhaltenden Ablträumen in Mutationen äußern würde.

Uns wurde aber von Mutter Bogwyn eröffnet, dass es Rituale gäbe mit denen die Mutation gesteuert werden könnte. Denn wenn die Traumwelt betreten wird, könne die Mutter Geschenke bringen. Ein interessanter Gedanke kam mir, denn hatte ich doch schon Träume lenken können. Was wäre alles noch in der Traumwelt möglich? Wenn ich mich auf der Akademie doch nur besser mit der Kunst der Traumwelt beschäftigt hätte.

Doch es gab immer noch ein Risiko, es konnten „Nebenwirkungen“ auftreten, unerwünschte Gaben der Mutter waren nicht ausgeschlossen. Denn es musste ein Ort gefunden werden, an dem das Chaos in reiner Form vorkommen würde. Uns wurde darauf Kazuuk vorgestellt, ein Skrang mit roten Schuppen, der eine innere Hitze auszustrahlen schien. Er war bereits durch die gezielte Mutation gerettet worden. An einem Ort, wo es vermehrt Chimären gibt

Daher wurde uns auch die zweite Möglichkeit vorgestellt. Von einem Wesen das uns stark erstaunte: „Regen an einem sonnigen Morgen“ stellte sich uns vor – ein Pflanzenwesen, das zum Stamm gehörte. Es berichtete uns, dass es einen Ort der Elemente gefunden habe. Dort sei ein Stück des blauen Himmels erhalten geblieben. Dort könnten die Skrang in einem Bassin schlafen, bis die Albträume wieder jenseits der Mauer des Schlafs zu finden seien und die Zeit des Wandels vorbei sei. Eine Zeitspanne, die durchaus über Jahrhunderten erstrecken konnte.

Der Goldene Wächter wollte unseren Rat, da sich der Stamm nicht einig war. Das Teilen der Gruppe war keine Option. Wir berieten uns. Es mag daran liegen, dass Juri nicht bei der Beratung war. So waren wir uns schnell einig. Denn sicher hätte die Seehexe wieder eine andere Meinung vertreten, nur aus Prinzip vermutlich. Oder weil sie nicht der Kraft der Veränderung vertraut. Immerhin wäre Naktock auf ihrer Seite gewesen. So aber werden wir zusammen mit Kazuug aufbrechen, um den Ort für das Ritual vorzubereiten. Denn Kazuug kannte die Ruine eines alten Tempels in dem die Kraft der Veränderung stark ist. So war es jetzt unsere Aufgabe den Ort zu sichern und von gefährlichen Wesen zu befreien. Wir wären sozusagen Kammerjäger.

Wir würden aber erst am nächsten Morgen aufbrechen. Was mich zunächst irritierte, denn es war noch gar nicht spät. Aber die Mutter Bogwyn hatte noch etwas zu besprechen. Sie wandte sich an mich, denn sie hatte erfahren, dass ich eine Brüterin wäre, welche die Winde der Magie weben kann und auch die Traumwelt nicht fürchten würde.

Sie war aber verwundert, weil Hartmuut mich immer als Jungen anreden würde. Daher musste ich ihr erklären, dass es bei dem Volk der Zwerge eine einmal getroffene Entscheidung oder Wahl nur selten geändert wurde. Genauso, wie ein Versprechen immer eingehalten werden müsse. Daher ist es für Hartmuut schwer sich daran zu gewöhnen, dass ich den Jungen nur gespielt habe. Ich verschwieg ihr, dass ich es mittlerweile ganz angenehm finden nicht mehr das Mädchen zu sein, das ich einst war. Das hätte sie sicher noch mehr verwirrt, als Hartmuut bei meinem Geständnis war. Sei’s drum.

Hartmuut hatte unser Gespräch mitbekommen und wollte gerne bei dem Gespräch dabei sein. Doch die Mutter eröffnete ihm, dass dies ein Gespräch über die besondere Gaben der Frauen sei. Männer waren dabei nicht erwünscht. So musste ich Hartmuut erst überzeugen, dass ich schon keine Dummheiten anstellen würde.

In der Hütte begannen wir dann mit einem Einstimmungsritual. Es wurde getrommelt, Kräuter verbrannt und ein bitterer Tee getrunken. Da wir dabei uns zuvor aller Kleidung entledigten, war ich nicht ganz unglücklich, dass Hartmuut nicht dabei war. Wobei ich nicht weiß, wem die Nacktheit unangenehmer gewesen wäre. Und nachdem die Mutter mir eröffnete, was sie zu sagen hatte, war ich froh, dass auch Juri nicht bei uns war.

Denn sie offenbarte mir, dass sie im Traum gesehen habe, dass ich unter dem Schutz der Mutter stehen würde. Und da ich auch die Traumwelt formen kann, könnte sie mir ein Geschenk machen. Sie könnte mir die Gabe der Albtraumraserei schenken. Ich würde dann die schlimmsten Ängste meiner Gegner auf mich selbst projizieren und daraus Kraft schöpfen können. Es wäre nicht ohne Risiko, warnte mich die Mutter. Doch ich musste nicht einen Augenblick überlegen. Ich bat die Mutter mich diese Gabe zu lehren.

In der Zeit, die ich bei Mutter Bogwyn verbrachte, waren auch James und Hartmuut nicht untätig. Nun zumindest James war nicht untätig. Er ließ seine Gelfe reparieren. Dank des Artefakt des Handwerks war sie besser als neu. Hartmuut dagegen hatte sich zur Ruhe begeben und gerade dadurch einen wichtigen Hinweis erhalten, denn er ging schlafen und träumte.

In diesem Traum sah er einen gewaltigen Tempel. Geweiht war er der Roten Herrin, der Gebieterin über die Wut, der Runenherrscherin Alaznist. Dadurch war uns klar: Die Kinder der Skrang würden Kinder der Roten Wut sein. Da James – und auch ich – Erfahrung mit der Wut und der Beherrschung selbiger haben, hatten wir weit weniger Bedenken als Hartmuut. Doch auch er fand es einleuchtend, dass die gebändigte Wut, die gerufen werden kann, wenn sie benötigt wird, einen guten Schutz für den Stamm darstellen würde.

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Bevor wir nun den Tempel erkunden werden, will ich die Ereignisse des Vormittags aufschreiben. Es hat sich einiges entwirrt. Ich bin mir sicher, wir haben die richtige Entscheidung getroffen, das hat sich mir deutlich offenbart. Aber noch will ich es nicht mit den Anderen teilen, noch will ich weitere Beweise sammeln.
 
Vor unserem Aufbruch besprachen wir noch unsere Taktik. Denn wie wir bei unserem Kampf in Totholz gemerkt hatten, mit einem Plan würden wir unser Risiko gering halten. Juri wäre sicher stolz auf uns, ist sie doch stets auf Ordnung und Planung bedacht.

Unter Führung von Kazuug begannen wir unseren Weg in Richtung der Tempelruine. Unser Weg führte uns durch sumpfiges Gelände. Da wir bereits vorgewarnt waren und einen kompetenten Führer dabei hatten, konnten wir eine Gefahr vermeiden. Es war uns nicht klar was dort lauerte, Krokodile oder Schockechsen. Sicher war nur, an einer Weggabelung lauerte ein Rudel auf uns.

Hier zeigte sich zum ersten Mal, dass unsere Wahl sicher die richtige war. Denn wurde uns offenbart, dass Hartmuut in der Lage war die Stimmen der Predatoren zu hören und zu verstehen. Ohne Zweifel – wir sind gesegnet von den alten Mächten. Jetzt da Hartmuut sich zur Inkarnation des Jägers, der den Sommer in den Winter geleitet, wandelt, wird es deutlicher. Ich bin das Werkzeug der Eisprinzessin, James ist der Grüne Mann, Hartmuut der Jäger und es ist nur logisch, dass Juri mit ihrem hitzigen Temperament ein Avatar des Sommers ist.

Aber ich schweife ab. Schnell hatten wir die Schockechsen überwunden. Hartmuut konnte sie aus ihren Verstecken locken. Ein Schlafzauber setzte die Hälfte der Echsen außer Gefecht. Dann war es für uns ein Leichtes den Rest des Rudels zu besiegen. Hartmuut, ganz der Jäger, häutete die Echsen. Sie würden ein formidablen Lederwams abgeben und noch gut gegen Blitze schützen.

Dachten wir, dass wir nun schnell die Ruinen erreichen würden, wurden wir enttäuscht. Kurz vor den Ruinen wartete ein weiteres Hindernis. Ein Paar Eulenbären hatte sich den Ort für ein Gelege ausgesucht. Kazuug machte uns eindringlich klar, dass wir sie mindestens vertreiben müssten, besser töten. Denn sie würden eine Gefahr für alle in Umkreis einer Meile darstellen.

Wieder hielten wir einen Kriegsrat ab. Eulenbären waren gefährliche Gegner. Daher entschieden wir uns mit List vorzugehen. Wir würden die Bären versuchen sie gegeneinander aufzuhetzen. Also begann unser Angriff mit einem Zauber. Ich nutzte meine Kraft und ließ einen der Eulenbären als Donnerechse erscheinen. Sofort griff der andere diesen an. Dann nutzte Hartmuut die Chance und erledigte eins der drei Küken mit einem gut gezielten Schuss. Dann teilten wir uns James und Kazuug erledigten ein weiteres Küken, ich und James das andere. So blieb uns nur noch die beiden erwachsenen Eulenbären. Diese hatten sich schon gut beharkt. Letztlich war es James, der mit seiner Gelfe gleich beide Bären erledigte.

Jetzt steht uns nichts mehr im Weg, um den Tempel zu erkunden. Ich spüre schon die Aufregung. Was werden wir in den Ruinen finden. Das, was wir jetzt schon sehen können, ist riesig. Welche Wunder werden wir wohl hier entdecken können?

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